"Ich glaube; hilf meinem Unglauben!"

(Markus 9, 24)

Jahreslosung 2020

 

Ein verzweifelter Vater wendet sich mit seinem kranken Kind an Jesus: „Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9, 22-24)
Not lehrt beten. So sagt es der Volksmund. Der Vater schreit seine ganze Not heraus, er legt seinen Sohn und auch sein eigenes Leben ganz in die Hände von Jesus. Und er darf das Wunder erleben, auf das er kaum mehr zu hoffen wagte: Sein Sohn wird gesund.

Leider erleben wir oft, dass das Wunder ausbleibt. Immer wieder sind wir betroffen von Enttäuschung, von Krankheit, von der Erfahrung des Verlusts oder einer anderen Krise. Die Frage drängt sich auf: Warum? Warum hat Gott das zugelassen? Warum gerade ich? Das ist die große Frage des Unglaubens, die den Glauben bedroht. Der Glaube wird dann schwach.

Doch ist nicht gerade die Schwachheit des Glaubens seine Stärke? Ich hinterfrage mein Gottesbild, meine überkommenen Vorstellungen und Überzeugungen, ich mache mich auf die Suche und öffne mich für neue Gedanken und Erfahrungen. Daran kann mein Glaube – wenn es gut geht – wachsen und mir neuen Halt geben. Schon der Prophet Jeremia lässt Gott sagen: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen.“ (Jeremia 29, 13.14)

Glauben können ist ein Geschenk. Den Glauben zu suchen ist eine persönliche Entscheidung. Dietrich Bonhoeffer verglich den Glauben mit dem täglichen Brot für die Seele: „Ihr habt einen Glauben nicht ein- für allemal. Euer Glaube, den ihr heute bekennt von ganzem Herzen, der will morgen und übermorgen, ja er will täglich neu gewonnen sein. Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen. Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt. … Es ist an jedem Morgen ein neuer Kampf, durch allen Unglauben, durch allen Kleinglauben, durch alle Unklarheit und Verworrenheit, durch alle Furcht-samkeit und Ungewissheit zum Glauben hindurch zustoßen und ihn Gott abzuringen.“ (aus der Konfirmationspredigt von Dietrich Bonhoeffer in Kieckow, 9.4.1938)

Fragen und Suchen führt immer wieder neu zum Glauben. Das ist vor allem Kopfsache. Glauben ist aber auch eine Herzensangelegenheit. Glauben heißt vertrauen: in Gott, ins Leben. Gute Erfahrungen und Zuwendung stärken das Vertrauen. Gottes Nähe können wir im Gottesdienst und besonders sinnlich im Abendmahl erleben. Und wie oft wird mir durch andere Menschen Gutes zuteil!

Das wünsche ich mir und uns zum neuen Jahr: Mut zum Suchen und Fragen, offene Augen und Herzen für das Gute und die Liebe. Und Gemeinschaft, in der wir das, was uns bewegt, auch mit anderen teilen.


Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin

 

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