Krügersdorf

Zur Baugeschichte:

Die Kirche ist ein rechteckiger Putzbau mit einem dreiseitigen Abschluss im Osten. Zwei Seiten des Abschlusses ha-ben Korbbogenfenster. Der Sakralbau wurde im Jahre 1720 errichtet. Diese Jah-reszahl befindet sich im Giebelfeld des Südportals.

Die Kirche hat auf ihrer Nord- und Südseite je fünf Korbbogenfenster. Über dem Westgiebel befindet sich ein quadratischer Dach -turm, in dem drei Glocken hängen, die im Jahre 1922 in Bochum gegossen wor-den sind. Der Dachturm der auf allen Seiten Schall-öffnungen hat, ist mit einem Pyramidendach, einer zier-lichen achtseitigen Laterne und einem Spitzhelm versehen. Die Turmspitze besteht aus einer Kugel, der Wetterfahne mit dem Datum 1956, einem Morgenstern und Kreuz. Die genannte Jahreszahl erinnert an bauliche Maßnahmen, die unter anderem am Turm durchgehführt wurden. In den Jahren 2000 bis 2002 fanden weitere grundlegende Sanierungsarbeiten statt. So erfolgten u.a eine umfassende Rekon- struktion des Holztragwerkes des Kirchenschiffs, des Turms und eine Neueindeckung des Daches mit roten Bieberschwanzziegeln. Außerdem wurde das äußere Erscheinungsbild der Kirche den historischen Vorgaben von 1910 angepasst: Verblechung der Laterne und neuer Außenanstrich.

 

Zur Ausstattung:

Der hölzerne gefasste Kanzelaltar datiert aus den Jahren 1722 bis 1724. Unterhalb des polygonen Kanzelkorbes befindet sich ein quadrati-sches Ölbild, das die Beru-fung des Pro-pheten Jesaja zur darstellt. Das mittlere Brüstungsfeld des Kanzel-korbes zeigt ein Bild des "Salvator mundi = Christus, der Retter der Welt". Der Schalldeckel wird von zwei Engeln getragen. Die Engel halten außerdem einen vergoldeten Kranz. Auf dem Gebälk befinden sich zwei sitzende Putten. Zwischen beiden steht eine ovale Wolken- und Strahlenglorie, deren Mitte den Gottesnamen JAHWE in hebräischer Sprache zeigt. Der Kanzelaltar ist mit einer Empore und Orgel verbunden.

Die Orgel ist das Werk des Orgelbauers Wilhelm Sauer, Frankfurt (Oder), und entstand im Jahre 1880. Sie hat ein Manual, Pedal und acht Register. Links im Altarraum steht eine hölzerne sechsseitige Taufe. In der Mitte des Kirchenschiffs hängt von der Decke ein aus barocker Zeit stammender gefasster Taufengel herab.

An der Westwand der Kirche befindet sich die Patronatsloge, die aus der Bauzeit der Kirche stammt. Das mittlere Brüstungs-feld der Loge zeigt ein oval ge-rahmtes Wappen der Familie Abraham von Steinkeller.

Die anderen Brüstungsfelder sind mit biblischen Sprüchen versehen.

Der damalige Kirchenpatron, Ferdinand Möhring, stiftete zwi-schen 1883 und 1887 insgesamt 13 bunt-bleiverglaste Kirchen-fenster, von denen sechs erhalten sind. Der Künstler dieser Fenster ist vermutlich Paul Gerhard Heinersdorf.

Die Fenster zeigen (an der Nordwand rechts beginnend): Paulus, Evangelist Johannes, Evangelist Matthäus, die Propheten Jeremia und Daniel. Das Fenster mit der Darstellung des Evangelisten Markus - ebenfalls an der Nordwand - ist von der Patronatsloge aus zu betrach-ten. Über dem Südportal befindet sich ein ornamental gestaltetes Rundgiebelfenster mit der Inschrift: „Der Herr segne // und behüte dich!“

Die Kirche hat eine leicht gewölbte Decke, die zum Teil aus der Entstehungszeit stammt und ornamental bemalt ist.

Im Turm der Kirche stehen zwei Sandstein-Epitaphe aus dem 17. Jahr-hundert, die jedoch stark verwittert bzw. beschädigt sind. Ost- und Westempore sowie der Taufengel wurden 2007/2008 restauriert. Die Patronatsloge erstrahlt seit 2010 in neuem "altem" Glanz.

 

 

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Dienstag, 30. Juni, 14 Uhr