Kurzandacht

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Wer Visionen hat…

 

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres, auch Ewigkeitssonntag genannt, geht es nicht nur um die Toten. Ja, ihrer wird gedacht. Und für alle, die im vergangenen Jahr gestorben sind, beten wir im Gottesdienst und die Angehörigen nehmen eine brennende Kerze mit nach Hause. Doch die Blickrichtung zurück, auf das vergangene Leben, auf das erlebte Leid, auf den ertragenen Schmerz, das ist nicht die Hauptrichtung des Nachdenkens am Ewigkeitssonntag. Die biblischen Texte des Sonntages sprechen eine Sprache der Verheißung mit dem Blick nach vorn. Sie schildern Visionen einer neuen Welt. Siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, spricht der Herr (Jesaja, Kapitel 65). Es geht um die Lebenden. Es geht um die Zukunft. Allen Untergangsphantasien zum Trotz. Das finde ich stark. Deswegen lasse ich die Worte auch auf mich wirken. Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen… Der Prophet Jesaja schaut in einer Vision eine von Gott veränderte Zukunft. In ihr kehrt Gott selbst die Verhältnisse seiner Schöpfung um. Der Wolf ist nicht mehr Jäger des Schafes. Und auch der Löwe ist ungefährlich, er frisst Stroh. Der Mensch stirbt nicht eines frühen Todes. Und was er anbaut, wird er auch ernten. Alle Geschöpfe leben in einer neuen Ordnung miteinander. Die Vision des Propheten erinnert mich an das Paradies, von dem im ersten Buch Mose erzählt wird. Auch dort – im Paradiesgarten- ist die Welt in einer anderen Ordnung, in einer uns unbekannten Harmonie. In der Vision des Propheten und im 1. Buch Mose sind Gott und Mensch nahe beieinander, sie verstehen sich: ehe der Mensch nach Gott ruft, antwortet er ihm schon, schreibt Jesaja. Und im ersten Buch Mose steht: Adam und Eva hörten Gott, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war (1. Mose 3,8). Die Sehnsucht nach Geborgenheit und einer heilen Welt treibt uns Menschen an, weil wir in einer zerrissenen Welt leben. So schaffen wir uns Inseln der Geborgenheit, die uns helfen, mit der Ungeborgenheit der großen Welt zu leben. Wir schöpfen Kraft auf unseren privaten Inseln. Ähnliches wollen die Texte des Ewigkeitssonntages uns schenken. Sie wollen helfen, unseren Blick von der Vergangenheit in die Zukunft zu lenken und unseren Kopf nach Erfahrungen der Trauer wieder zu heben. Sie wollen unsere kleinen Inseln miteinander verbinden, denn Gott verheißt Großes. Eine Insel der Glückseligkeit, die die ganze Welt ist. Und wir sind mitten drin.  

 

Frank Städler, Pfarrer in Beeskow

Herrnhuter Losung heute

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Letzte Aktualisierung:

01.12.2021


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