Von Monat zu Monat durchs Kirchenjahr

 

 

Von Monat zu Monat durch das Kirchenjahr

April/Ostern 2021

Liebe Gemeinde, liebe Neugierige,

dieses Blatt ist ein kleines Format der Gesamtkirchengemeinde Beeskow. Wir möchten Ihnen monatlich eine Andacht als geistlichen Impuls und Stärkung in der Coronazeit an Ihre Kirchentür bringen.

 

Bibeltext: Johannesevangelium 19, 11-18

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

 

Lied: Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit‘. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn. (Evang Gesangbuch Nr. 100, 1)

 

 

Wer es erlebt hat, weiß, dass es nicht leicht ist, aus der Trauer zurück ins Leben zu finden. Manchmal braucht es viele Versuche, um aufzustehen, sich umzudrehen, aufzubrechen, neu zu leben.

 

So geht es auch Maria von Magdala. Sie will dem Jesus, ihrem Ein und Alles, nahe sein. Gleich nach dem Sabbath, noch vor Sonnenaufgang, macht sie sich auf den Weg zum Grab. Doch der Stein vor der Grabkammer ist fort, der Leichnam Jesu nicht da. Dreimal muss sie sich in dieser Geschichte umwenden, bis sie den Lebenden gefunden hat, bis sie weitergehen und selber auferstehen konnte.

 

Diese bewegte Geschichte berührt mich: diese Wendepunkte, dieses immer wieder neue Suchen, dieses Erkennen nach und nach, dieser Mut, immer wieder den nächsten Schritt zu tun. Da ist nicht alles mit einem Schlag leicht und licht, die Fragen und Tränen sind nicht mit einem Mal weggewischt.

 

Diese Ostergeschichte erzählt davon, wie lang der Weg sein kann ins Leben: Schritt für Schritt, nach und nach, Bewegung um Bewegung bis zum entscheidenden Wendepunkt, als Jesus Maria mit ihrem Namen anspricht.

„Magdalenensekunde“ nennt der Schriftsteller Patrick Roth den Moment, wo die Weinende und der Lebende, wo Mensch und Gott einander zugewandt sind, wo Maria den Auferstandenen erkennt und selber neu zum Leben aufersteht.

 

Sie beeindruckt mich, diese Maria, die sich bewegt, die nicht bei sich und ihrer Trauer stehen bleibt, die sich immer wieder ansprechen lässt in ihrer Suche, sich immer wieder zum Leben hinwendet. Am Ende findet sie mehr, als sie jemals gesucht hat: Nicht den Toten, sondern den Lebenden. „Maria!“, so spricht er, der vermeintlich Tote, der Verstummte, Verlorene. Eigentlich geht das nicht, eigentlich hat Maria das nicht erwartet. Aber Maria hört, sie lässt sich bewegen zu etwas Ungeahntem hin, bleibt nicht bei dem stehen, was erwartbar ist. So kann es Ostern für sie werden.

 

Maria sagt die Auferstehungsbotschaft als erste weiter. Darum gilt sie als erste Apostelin. Und auch heute hat sie uns etwas zu sagen, –gerade heute in dieser schwierigen Zeit:

Dass wir angesichts der kleinen und großen Sorgen und Schwierigkeiten nie aufhören, einen neuen Anfang zu suchen.

Dass wir auch da, wo es unmöglich scheint, nicht aufgeben.

Dass wir auf die Menschen, die uns begegnen, immer wieder neu und offen zugehen.

Dass wir da, wo der Weg noch lang scheint, wo kaum ein Ziel zu erblicken ist, immer wieder wagen, den nächsten Schritt zu gehen.

 

Von Maria kann ich lernen, an jedem neuen Morgen dem, was auf mich zukommt, mit Hoffnung zu begegnen.

Ich kann lernen, offen zu sein für die Antworten auf meine Fragen, für die erwarteten und auch für die, die meine Erwartungen sprengen.

 

Und noch etwas: Maria ist offen für eine Gewissheit, die tiefer ist als alles, was ich mir vorstellen kann.

Als Jesus sie beim Namen nennt, denkt sie nicht einen Moment: Wie kann das möglich sein? Nicht einen Moment zweifelt sie daran, dass es Jesus ist, der er ihr begegnet, sondern bewegt sich auf das Wunder zu: „Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni!“

 

Von solchem Glauben möchte ich mich anstecken lassen.

In meiner Trauer und Angst, in meiner Enttäuschung und Mutlosigkeit, in meinem Zweifeln und Suchen möchte ich offen sein für das Wunder des Lebens. Vielleicht geschieht es dann, dass auch mich ein Wort trifft, ein Hauch, sein Geist, und dann bin auch ich mitten drin in der Wende zum Leben, die alles neu macht, leicht und licht.

  „Halleluja, der Herr ist auferstanden,
  er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja.“

 

Lied: Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob        und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja, Halleluja,    Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

(EG 100, Strophe 4)

 

Gebet und Segen

Jesus Christus,

dass du auferstanden bist, bleibt für uns ein Wunder.

Ein Wunder, das uns Hoffnung schenkt.

Ein Wunder, das uns Kraft gibt, selber aufzustehen mitten im Leben.

Gegen die Kräfte des Todes und gegen den Hass.

Für lebendiges Leben in einer lebendigen Welt.

Bleib bei uns an diesem Tag und

in unserem ganzen Leben.

Schenk uns neue Wunder des Lebens.

Amen.

 

Gottes Segen leuchte uns wie das Licht am Ostermorgen.

Gottes Friede begleite uns.

Gottes Liebe beflügle uns.

Gottes Freude rühre uns an.

Christus ist auferstanden.

In diesem Glauben segne uns Gott. Amen.+

 

Es grüßt Sie herzlich                      Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin

 

 

P.S. Das nächste Blatt, verfasst von Pfarrer Frank Städler, erscheint Anfang Mai.
 

Hrsg.: Evangelisches Pfarramt Beeskow, Brandstr. 35, 15848 Beeskow, Tel. 03366–4104644

Herrnhuter Losung heute

Hier finden sie uns

Evangelische Gesamtkirchengemeinde Beeskow
Pfarr- und Gemeindehaus Beeskow

Gemeindebüro

Brandstraße 35
15848 Beeskow
Telefon +49 3366 20485

ACHTUNG geänderte Zeiten

Gemeindebüro besetzt:

dienstags 10 bis 13 Uhr,

donnerstags 10 bis 13 Uhr,

freitags 10 bis 13 Uhr.

Termine zur persönlichen Vorsprache können vereinbart werden.

Diese Webseite informiert Sie über unsere Gemeinde. Auf den einzelnen Seiten finden Sie alles Wissenswerte. Für Anregungen, Ihre Meinung und Kritik sind wir Ihnen dank-bar. Sprechen Sie mit uns oder senden Sie uns eine E- Mail mit Hilfe des Formulars.

Wir sind gerne für Sie da!

Letzte Aktualisierung:

31.03.2021


Anrufen

E-Mail

Anfahrt