Von Monat zu Monat durchs Kirchenjahr

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Neugierige,

dieses Blatt ist ein kleines, neues Format der Gesamtkirchengemeinde Beeskow. Wir möchten Ihnen monatlich einen Bibeltext als geistlichen Impuls und Stärkung in der Coronazeit an Ihre Kirchentür und ins Internet bringen. 

Monat Januar / Thema Erleuchtung / Bibeltext: der Kämmerer aus Äthiopien (Apostelgeschichte 8,26 -39)

Lied: Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. (Evangelisches Gesangbuch, 450,1)

Die Geschichte vom Kämmerer aus Äthiopien ist ein Missionsgeschichte. Am Beginn steht das Unverständnis: Wie kann ich die Schrift verstehen, wenn mich niemand anleitet? Am Ende steht die Taufe des Kämmerers durch Philippus. Mission in der Apostelgeschichte, das ist: möglichst vielen Menschen das Evangelium sagen und am sie am Ende taufen. Doch durch die spätere Geschichte der Kirche ist für viele Menschen heute das Wort Mission negativ besetzt. Manch einer denkt an unfreiwilliges Dazugehören-Müssen oder an ein Ritual, mit dem man nichts mehr anfangen kann. Taufe -wozu? Und so gerät der eigentlich positive Grund der Mission und der Taufe aus dem Blick. Positiv war die Motivation der ersten Apostel. Als sie einmal ihre Angst überwunden hatten und sie die Ereignisse mit Jesus für sich in der ganzen Dimension verstanden hatten, war es ihnen ein Anliegen, davon zu erzählen. So dringend, wie für viele von uns, die ihren Freunden unbedingt ein Erlebnis erzählen müssen, dass sie bewegt. Die Apostel hatten verstanden, dass mit Jesus eine neue Zeit anbricht, eine Zeit der Erfüllung, von der das Alte Testament weissagt. Der Kämmerer in unserer Geschichte hatte eine weite Reise zurückgelegt. Von Äthiopien nach Israel -zum Tempel in Jerusalem. Er muss ein frommer Mensch sein. Ein wohlhabender dazu. Lesen kann er. Eine Kutsche hat er. Sogar wochenlang Zeit hat er für diese Reise. Nur eines fehlt ihm: er versteht nicht, was in der Schrift bei Jesaja steht. So geht es uns auch oft. Wir lesen und verstehen manchmal nicht, was wir lesen. Aber wenn uns einer sagt, wie er das sieht und es uns erklärt, dann fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Wir verstehen plötzlich. Wie an vielen anderen Stellen in der Apostelgeschichte ist der Bezugspunkt der Mission der gläubige Mensch. Oft sind jüdische Männer und Frauen, denen das Evangelium erzählt wird. Naheliegend, gerade ihnen von Jesus dem Juden zu erzählen und von einem neuen Verständnis des Heils. Der Kämmerer ist ja gläubig. Das neue ist, dass der Apostel Philippus ihm die Schrift anders deutet. Er erklärt sie aus seinem Erleben mit Jesus. Er sagt sie aus seinem neuen Verstehen der Ereignisse der Gefangennahme Jesu, seiner Kreuzigung und der Auferstehung. Für ihn erfüllt sich das Wort Jesajas -der von Erniedrigung spricht- und bekommt eine neue Deutung. Für ihn kommt Gott den Menschen durch Jesus so nahe wie wir es sonst nur träumen können. Und dieses Reden und Erklären der Schrift überzeugt den Kämmerer offenbar so sehr, dass er dazugehören will. Zur neuen Bewegung, zu Jesus, den manche schon den Christus nennen, den Erlöser. Was in unserer Zeit heute oft ein Prozess von Monaten oder Jahren ist: Glauben lernen, um Glauben zu verstehen, dass ist in unserer Geschichte zwar auch ein Weg -immerhin, der Apostel fährt in der Kutsche des Kämmerers mit- aber es liest sich so, als würde alles an einem Tag geschehen: Das Nichtverstehen, das Erklärt-Bekommen, das Verstehen und der Wunsch getauft zu werden. Warum ist das heute so schwer? Für uns als Kirche, aber auch für den einzelnen Christen? Warum ist es so schwer zu vermitteln, dass Mission unsere ureigene Aufgabe ist. Der Glaube kann uns im Leben die Augen öffnen. Er bewegt uns zu einem tieferen Verstehen des eigenen Lebens. Mission und Taufe, das sind ja nicht nur die Geschichte der Kirche mit ihren bekannten Schattenseiten, es ist jedes Mal unsere individuelle Zukunft mit Gott.

Warum ist es so schwer? Der Kämmerer wollte etwas wissen. Er fragt. Er wollte verstehen. Vielleicht müssen wir einsehen, dass dies eine wichtige Voraussetzung ist, um zum Glauben zu kommen. Ein Mensch, der nichts sucht, der nichts will, dem kann man kaum etwas bieten. Der andere Punkt ist: der Kämmerer war bereits gläubig. Wir jedoch leben in einer Region, wo dem Glauben die Menschen auszugehen drohen. Zwar sprechen all unsere Dörfer von der Geschichte des christlichen Glaubens. Überall stehen Kirchen in der Mitte. Doch scheint es schwerer zu sein, Menschen, die vom Glauben nichts wissen wollen, etwas dazu zu erzählen. Man rennt mit biblischen Geschichten keine offenen Türen ein, wie beim Kämmerer. Im Gegenteil. So denke ich, dass wir anders ansetzen müssen, als Philippus beim Kämmerer. Wir müssen überlegen, wovon wir begeistert sind und was uns trägt. Oft sind es emotionale Geschichten einer Verbindung zur Kirche. Manchmal die einer Taufe. Wenn man davon erzählt, lädt man andere ein. Ob sie sich dann selbst taufen lassen, liegt nicht in unserer Hand. Aber vielleicht wird durch unsere Geschichte ein Prozess des Erkennens in Gang gesetzt. Stärker gesagt: eine Erleuchtung initiiert. Das wäre doch was, mitten in Corona Zeiten!  

Halte dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiss; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis, aus aller Finsternis (Strophe 5).

  Gebet und Segen

Gott, du Helfer in aller Not,

lass uns deine Hilfe erfahren.

Stärke uns durch dein Wort,

dass wir in dieser schweren Zeit nicht verzagen,

sondern Trost und Kraft finden.

Durch Jesus Christus, unsern Herrn.

So segne und behüte Dich Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Frank Städler, Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Beeskow

P.S. Das nächste Blatt erscheint Anfang Februar, darin wird Pfarrerin Preckel zu Ihnen sprechen.

 

Hrsg. Evangelisches Pfarramt Beeskow, Brandstr. 35, 15848 Beeskow, Tel. 03366 – 4104644

Herrnhuter Losung heute

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Letzte Aktualisierung:

12.Januar


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