Kirchensteuer

Evangelische Kirche in Deutschland

 

Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird automatisiert

Das Verfahren zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird ab 2015 vereinfacht und automatisiert. Dazu einige häufig gestellte Fragen und entsprechende Antworten.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge – ist das etwa schon wieder eine neue Steuer?

Nein, Kirchensteuer auf Kapitalerträge oberhalb der Freistellungs-grenze von 801 Euro (ledig) bzw. 1602 Euro (verheiratet) gibt es schon immer. Kapitalerträge waren schon früher als Einkommen in der Steuererklärung anzugeben und zu versteuern, inklusive Kirchen-steuerzuschlag. Neu ist lediglich ab 2015 die Art der Erhebung: Wie seit 2009 wird die Kapitalertragsteuer direkt an der Quelle ihrer Ent-stehung von den Banken erhoben und an die Finanzbehörden weiter-geleitet. Dies wird ab 2015 auch für die auf die Kapitalerträge ent-fallende Kirchensteuer der Fall sein.

Ich bin verheiratet und bekomme ungefähr 1.000 Euro im Jahr an Zinsen. Wie viel Kapitalertragsteuer und Kirchensteuer muss ich denn nun bezahlen?

In diesem Fall: gar keine. Nur wenn Sie als Kirchenmitglied Zinsen und Dividenden erzielen, die über die Freistellungsgrenzen hinaus gehen, fällt für die überschüssigen Erträge Kapitalertragsteuer und damit auch Kirchensteuer an. Als Alleinstehender können Sie Ihren Banken Freistellungsaufträge von insgesamt bis zu 801 Euro erteilen, als Ehegatten bis zu 1602 Euro.

„Und wenn jemand richtig viel auf der hohen Kante hat und – sagen wir – 10.000 Euro Zinsen im Jahr kassiert? Was muss der an Kirchensteuer bezahlen?“

 

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Auf die 10.000 Euro zahlt er knapp 2500 Euro Einkommensteuer und dazu noch gut 200 Euro Kirchensteuer. Um so viel Kapitalertrag zu bekommen, müsste man übrigens – bei Annahme einer Verzinsung von fünf Prozent – rund 200,000 Euro angelegt haben. Wer so viel Vermögen hat, den treffen 200 Euro Kirchensteuer nun wirklich nicht hart.

Was wird denn da jetzt genau neu geregelt?

Es geht darum, das Verfahren zum Abzug der Kirchensteuer für alle Beteiligten zu vereinfachen. Schon seit 2009 wird die Steuer auf Kapi-talerträge direkt an der Quelle ihrer Entstehung, also von den Banken einbehalten und an die staatlichen Finanzbehörden weitergeleitet. Für die Kirchensteuer war das nur möglich, wenn der Steuerpflichtige seine Religionszugehörigkeit der Bank ausdrücklich mitgeteilt hatte. Sonst war er verpflichtet, diese Angaben auf jeden Fall in seiner Steuererklärung zu machen. Nun rufen die Geldinstitute das so genannte „Religionsmerkmal“ automatisiert beim Bundeszentralamt für Steuern ab. Sie erhalten die Angaben verschlüsselt als sechs-stellige Kennziffer und können damit die Kirchensteuer über die Finanzbehörden gleich an die richtige Religionsgemeinschaft (z. B. eine evangelische Landeskirche) weiterleiten.

Wissen die Bankmitarbeiter also nun künftig, ob ich evangelisch oder katholisch bin?

Nein, für die Bankmitarbeiter ist die Religionszugehörigkeit nicht ein-sehbar. Auch in den Kundenstammdaten wird sie nicht ausgewiesen. Die Banken erhalten das so genannte „Religionsmerkmal“ unter Beachtung der hohen Anforderungen des Datenschutzes verschlüsselt als sechsstellige Kennziffer. Die Weiterverarbeitung dieser Ziffer erfolgt in einer gesicherten Umgebung.

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Datenschutz hin oder her – mir ist das nicht geheuer, dass der Staat meine Religionszugehörigkeit den Banken mitteilt. Kann ich mich dagegen wehren?

Ja, man kann der Weitergabe widersprechen und einen Sperrvermerk setzen lassen. Dazu wird es künftig ein amtliches Formular beim Bun-deszentralamt für Steuern (www.bzst.de) geben. Die Bank erhält dann von dem Amt einen neutralen 0-Wert und behält keine Kirchen-steuer ein. Allerdings müssen Sie dann in Ihrer Steuererklärung im Folgejahr die erforderlichen Angaben nachholen.

Wer die Kirche unterstützen will, der kann doch spenden – warum werde ich überhaupt gezwungen, Kirchensteuer zu zahlen?

Die Kirchensteuer ist keineswegs eine „Zwangsabgabe“. Sie ist der finanzielle Beitrag, den die Mitglieder leisten, die der Kirche ja frei-willig angehören. Sie ist auch gerecht und fair, denn sie knüpft an die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kirchenmitglieder an: Wer wenig verdient, zahlt keine Einkommensteuer und damit auch keine Kir-chensteuer. De facto sorgt etwa ein Drittel der evangelischen Kirchen-mitglieder mit dieser Steuer dafür, dass die Kirche ihre Auf-gaben wahrnehmen kann. Eine nur aus Spenden finanzierte Kirche wäre stark von einzelnen zahlungskräftigen Mitgliedern abhängig, daran kann niemand ein Interesse haben.

 

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